15. Mai 2020

Maitraditionen

Der Monat Mai gehört, neben dem Juni mit unserer Kirmes, zu den traditionsreichsten Monaten im Junggesellen-Verein.

Die Maitraidtionen sind im Rheinland stark vertreten. Auf wann diese Traditionen zurückzuführen sind, ist schwer zu sagen und sind nach einigen Aufzeichnungen schon uralt. Auf dieser Seite zeigen wir, wie die Maitraditionen in Bad Hönningen aussehen.

Wahl der Maikönigin

Bereits anfang April treffen sich die Ehrendamen des Junggesellen-Vereins, um eine Maikönigin zu wählen. Dabei ist den Ehrendamen das Wahlverfahren frei überlassen. So wurden schon Berliner an die Ehrendamen verteilt, bei dem einer anstatt mit Marmelade mit Senf gefüllt war. Der „Senf“-Berliner gehörte der Maikönigin.

Mainacht

Als „Mainacht“ wird die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai bezeichnet. In dieser Nacht bekunden die jungen Männer Ihren „Herzensdamen“ traditionell Ihr Interesse mit einem Maibaum (eine Birke), der an dem Haus des Mädchens befestigt ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Regionen ist es in Hünnije nicht üblich, dass diese Bäume bunt geschmückt werden. In den vergangenen Jahren hält aber immer mehr der Brauch den Einzug, dass an den Bäumen sogenannte Maiherzen (meist aus Holz mit den Initialen des Jungen Mannes und der Herzensdame) befestigt werden.

Außerdem ist es Brauch auch einen sogenannten Stadtbaum zu stellen. Dieser wird gemeinsam von allen Hünnijer Junggesellen mit vereinter Kraft in der Mitte des Marktplatzes aufgestellt. Zuvor wird die Krone der Birke von den Ehrendamen mit bunten Bändern geschmückt. Auch das Maikönigspaar bekommt zum Zeichen der Königsehre jeweils eine geschmückte Birke an ihrem Haus gestellt.

Die Mainacht beginn in jedem Jahr für die Junggesellen um 17.00 Uhr am Schneidplatz, um gemeinsam in den Hünnijer Wald zu fahren und dort die Birken für den Marktplatz, das Königspaar und für die Herzensdamen zu schlagen. Auf dem Weg in und aus dem Wald machen die Junggesellen bereits mit ihren fröhlichen Gesängen auf sich aufmerksam.

Im Anschluss werden zunächst die Bäume für das Maikönigspaar aufgestellt. Gegen 20.00 Uhr treffen die Junggesellen dann am Marktplatz ein und werden dort bereits durch die Ehrendamen und vielen Bad Hönninger Bürgerinnen und Bürger empfangen. Der Jubel ist meist sehr groß, wenn nach kurzer Stärkung und geballter Kraft der Stadtbaum endlich an seinem Platz steht und weit über den Dächern der Häuser thront.

Der Baum wird anschließend die ganze Nacht von den Ehrendamen und Junggesellen bewacht. Tradition ist es, dass man versucht in der Mainacht die Stadtbäume der jeweils anderen Junggesellenvereine zu fällen. Sobald aber jemand aus dem Junggesellenverein seine Hand auf „seinen“ Stadtbaum legt darf dieser nicht mehr gefällt werden. Die Wache endet mit den ersten Sonnenstrahlen am Maimorgen oder spätestens um 6.00 Uhr mit dem Maianspielen der Karuselle Bremser. Der Maibaum bleibt traditionell den ganzen Mai auf dem Marktplatz stehen. In der selbigen Nacht ziehen die jungen Männer los und stellen ihren Herzensdamen ihre Bäume auf. Im Gegensatz zu anderen Ortschaften und Regionen verlangt der Junggesellen-Verein Bad Hönningen von ortsfremden kein Wegezoll oder Baumzoll, wenn jemand seinem Mädchen ein Baum stellen möchte. Der JGV unterstützt viel mehr die Tradition und freut sich über viele Maibäume in Bad Hönninger Stadtgebiet.

Maiumzug & Maiball

Der Maiumzug mit anschließendem Maiball findet in Bad Hönningen immer an einem Samstag im Mai statt. Da der Junggesellen-Verein auch eine Kirmes mit Königsball für das Schützenkönigspaar veranstaltet gibt es, im Gegensatz zu vielen Maifesten im Rheinland, für den Maiball kein Kirmesplatz und Festzelt. In den vergangenen Jahren und auch noch aktuell wird der Maiball im Vereinslokal des Junggesellen-Vereins, „Hotel Lindenwirtin“ gefeiert.

Zunächst treten die Junggesellen und Offiziere (bestehend aus: Hauptmann, Oberleutnant, den beiden Leutants und den beiden Fähnrichen) zusammen mit dem Musikvereinen pünktlich um 18 Uhr auf dem Marktplatz an. Von hier aus zieht der Maiumzug zunächst zum amtierenden Maikönig, um ihn zu Hause abzuholen. Nach einer kurzen Stärkung setzt sich der Umzug Richtung Maikönigin in Bewegung. Der Maikönig wird hierbei vom Oberleutnant und einem der Leutnants flankiert.

Bei der Maikönigin angekommen begrüßt der Maikönig zunächst seine Königin mit einem Küsschen und einem Blumenstrauß. Auch die Ehrendamen warten gemeinsam mit der Maikönigin auf das Eintreffen der Junggesellen. Nach einem weiteren Umtrunk und einer Stärkung in fester Form steht das traditionelle Fähndelschwenken auf dem Programm. Hierbei beweisen die beiden Fähnriche des Junggesellen-Vereins zu Ehren des Maikönigspaar ihr Können an der Schwenkfahne.

Im Anschluss zieht der Maiumzug durch den Ort. Hierbei geht das Maikönigspaar umringt von den Ehrendamen, die einem prachtvollen selbstgebundenen Tannenkranz tragen, zwischen dem 1. und dem 2. Junggesellenzug.

Angekommen am Vereinslokal Lindenwirtin beginnt der Maiball mit dem Königswalzer unter der Vereinsfahne. Umringt von den Junggesellen und Ehrendamen tanzt das Maikönigspaar ihren ersten gemeinsamen Walzer als Königspaar. Auch das alte Maikönigspaar darf nochmal ran und tanzt zusammen mit dem neuen Königspaar einen flotten Diskofox.

Bis spät in die Nacht wird in der Lindenwirtin gefeiert, bis die Junggesellen und Ehrendamen gemeinsam zum Vereinsräumchen aufbrechen, um dort gemeinsam die Nacht ausklingen zu lassen.

Der Stadtbaum auf dem Marktplatz