Traditionen

Traditionen – Kirmes.

Vorkirmeswoche

Samstag

Die Vorkirmeswoche beginnt am Samstag vor der Kirmes mit dem Stellen der Vorstandsbäume. Jedes Vorstandsmitglied, welches dies möchte, bekommt eine Birke an sein Haus gestellt, zum Zeichen, dass er zum Vorstand des Junggesellen-Vereins gehört. Nach dem Bäume Stellen wird in einer gemütlichen Runde der Helfer der Abend ausklingen gelassen.

Sonntag

Königsschießen

Jedes Jahr treffen sich die Junggesellen am Sonntag vor der Kirmes in der Schützenhalle im Moorbachtal um ihren neuen Schützenkönig auszuschießen. Hierbei schießt jeder Teilnehmer zunächst auf den Schweif des hölzernen Adlers. Ist dieser gefallen folgen der Kopf, der linke Flügel und dann der rechte Flügel. Die Personen, die die beiden Flügel schießen sind die sogenannten Flügeladjutanten. Sie sind für die Bewachung des Königspaares, insbesondere der Königin beim Königsballs zuständig.

Anschließend wird das Schießen für das Setzen unterbrochen. Jeder, der die Königswürde erlangen und dafür auf den Rumpf des Adlers schießen möchte, muss einen Betrag setzen. Setzt somit eine Person 50€, hat er 3 Schuss zur Verfügung. Setzt der andere Kandidat ebenfalls 50€, hat er ebenfalls 3 Schuss zur Verfügung. Die Kandidaten wechseln sich beim Schießen ab und haben jedes Mal die 3 Schuss zur Verfügung. Sollte der andere Kandidat allerdings 100€ setzen, so darf er 6 Schuss abfeuern. Somit wäre die Reihenfolge: 3 Schuss – 6 Schuss – 3 Schuss – 6 Schuss usw…

Ist der König ausgeschossen wird es ein wenig hektisch. Der König eilt nach Hause, um sich weiße Kleidung anzuziehen und die Junggesellen und die Moorbachtaler treten vor dem Schützenhaus an. Ist der König zurück, werden ihm seine Königsinsignien verliehen: eine rote Scherpe und die Ordenskette. Im Anschluss macht sich der Verein in Zugformation auf dem Weg zum König, wo es einen kleinen Umtrunk gibt.

Dienstag

Der Dienstag, sowie alle darauffolgenden Tage sind dafür Vorgesehen, das Festzelt zu errichten, einzurichten und für andere Arbeiten rund um die Kirmes.

Mittwoch

Am Mittwochabed wird traditionell der Kirmesmann beim Schützenkönig des Vorjahres gebaut. Hierbei stellt der König die dafür benötigten Materialien. Meist besteht der Kirmesmann aus einem Holzgrundgerüst über welches ein Maleranzug und darüber ein schwarzer Anzug angezogen wird. Alles wird mit Stroh ausgestopft. Um es dem neuen Träger ein wenig schwerer zu machen, werden oft Gewichte in den Kirmesmann eingebaut. Als Gesicht dient meist eine Karnevalsmaske. Der Kirmesmann trägt immer einen Hut, ein Portemonnaie an der einen, und einen faulenden Fisch an der anderen Hand.

Kirmespostenversteigerung

Nach dem Kirmesmannbau beginnt die Versteigerung geleitet durch den 1. Vorsitzenden. Dabei werden folgenden Posten an den Höchstbietenden versteigert:

Doktor
Braumeister I
Braumeister II
Sappeur I
Sappeur II
Winkelmeister

Donnerstag

Am Morgen des Donnerstags werden die kleinen Kirmesbäumchen aus dem Wald gezogen. Diese werden dann am Nachmittag in mehreren Schichten von den Junggesellen und Ehrendamen in der ganzen Stadt entlang der Festzugstrecken an die Bewohner für 0,50€ verkauft. Viele Hausbesitzer haben sich in all den Jahren sogar schon besondere Befestigungen für die Kirmesbäumchen an ihren Häusern angebracht, um dem Verein die Arbeit zu erleichtern.

Kirmesfreitag

Der Kirmesfreitag gehört zu dem Teil der 4-Tage-Kirmes, der nicht unbedingt von Traditionen gespickt ist. Am Kirmesfreitag wird das Festzelt der St. Peter- und Paul-Kirmes immer mit einer Party unter einem sich jährlich ändernden Motto veranstaltet. 2016 war es zum Beispiel das Motto „Kölscher Abend“.

Kirmessamstag

Kirmesbäume stellen

Am Kirmessamstag machen sich die Junggesellen morgens vom Schneidplatz aus auf den Weg in den Wald, um die großen Kirmesbäume zu fällen. Ein paar Liedchen trällernd werden alle Bäume zunächst zum Marktplatz gebracht. Dort werdend die zwei größten Bäume an der Ostseite des Platzes aufgestellt, zwischen ihnen wird das Kirmesschild aufgehängt. Sobald das Schild hängt wird traditionell die Kirmes vom Schießmeister des JGVs mit drei Schüssen eröffnet.

Anschließend werden noch vier weitere Bäume gestellt: zwei an der Kirche, einer beim Ortsbürgermeister und einer beim Verbandsbürgermeister. Anschließend treffen sich alle Helfer beim Hauptmann des Vereins zum Mittagessen.

Festumzug

Um 18.45 ist es soweit: Der Junggesellen-Verein tritt am Marktplatz zum traditionellen Kirmessamstag-Umzug an. Heute allerdings ohne Ehrendamen. Auch die Junggesellen sehen etwas anders aus: schwarze Hose, weißes Hemd, die Offiziere im Anzug. Mit dem Befehl des Hauptmanns („Junggesellen, im Gleichschritt, marsch!“) und den drei Schüssen des Schießmeisters setzt sich der Umzug durch Bad Hönningen in Bewegung. Am Anschluss zu dem Umzug zeigen der Fähnrich Bad Hönningen II und der Fähnrich Bad Hönningen I auf den Rheinwiesen vor der Rheinparktherme ihr können.

Kirmessonntag

Reveille

Um 5:30 Uhr treten die Offiziere des Junggesellen-Vereins unter dem Kirmesschild auf dem Marktplatz zum Reveille, dem Wecken, an. Hier wird das Lied „Lobet den Herrn“ angespielt. Jeder Offizier, der nicht beim ersten Ton des Liedes in kompletter Uniform angetreten ist, muss eine Strafe zahlen.

Anschließend machen sich die Offiziere zusammen mit den Moorbachtalern (Musikergruppierung, die sich speziell für das Königsschießen geründet hat) auf den Weg, sowohl den Vorstand des JGVs, als auch den Pfarrer, den Stadtbürgermeister und den Verbandsbürgermeister zu wecken. Dabei wird sowohl „Freut euch des Lebens“ als auch „Mir wösche us“ gespielt. Jeder geweckte aus dem JGV Vorstand schließt sich anschließend den Offizieren an, um weitere Vorstandsmitglieder zu wecken.

Anschließend begeben sich die Offiziere und die geweckten JGVler zum Marktplatz, um am Kirchgang teilzunehmen.

Kirchgang

Um 09.15 Uhr tritt der Junggesellen-Verein, dieses mal auch mit den Ehrendamen, zum Kirchgang auf dem Marktplatz an. Hierbei tragen alle komplett weiß und die Offiziere ihre Uniformen. Nach dem Antreten findet die Fahnenparade, also die Parade der Kirchenfahnen, statt. Hierbei werden die zwei Kirchenfahnen unter dem Kirmesschild hindurch und an dem angetretenen Verein vorbeigetragen.

Nun macht sich der Verein in Zugformation auf den Weg zur Kirche. Dabei wird zunächst ein keiner Umzug durch die Innenstadt von Bad Hönningen gemacht. An der Kirche angekommen tritt der Verein zur heiligen Messe weg. Während der Gabenbereitung wird, bei jedem Glockenschlag, ebenfalls ein Pistolenschuss vom Schießmeister abgegeben, um der ganzen Messe noch mehr Feierlichkeit zu verleihen. Es ist Tradition, dass am Ende der Messe das Lied „Großer Gott wir loben dich“ gesungen wird. Eine Musikkapelle begleitet hierbei die Gemeinde.

Nach der Messe versammeln sich die Gemeindemitglieder und der Junggesellen-Verein vor der Kirche, um einen Kranz für die verstorbenen Mitglieder des Vereins im Eingang der Kirche niederzulegen. Während der Kranz von zwei Junggesellen, begleitet von den Offizieren, zur Niederlegstelle getragen wird, wird das Lied „Ein guter Kamerad“ vom Musikverein gespielt.

Fahnenschwenken

Nach der Kranzniederlegung marschiert der Verein in den Rosengarten. Dort sind sowohl der Fähnrich Bad Hönningen I als auch der Fähnrich Bad Hönningen II wieder gefragt. Dieses mal zeigen sie allerdings nicht nur ihre Einzelleistungen, sondern zeigen auch, was sie im Synchronfähndelschwenken alles können. Im Anschluss marschiert der Umzug ins Festzelt ein, wo dann das Frühschoppen eröffnet wird. (?)

Königsparade

Um 17.00 Uhr beginnt einer der Höhepunkte einer jeden St. Peter- und Paul-Kirmes: die Königsparade. Zunächst marschieren die beiden Fähnriche, der 2. Vorsitzende, die Ehrendamen und die Königin in Begleitung Leutnants über die Bischof-Strandmann-Straße. Musikalische werden sie hierbei vom Fanfarenzug begleitet. Anschließend nimmt der Hauptmann die Königin in Empfang und „übergibt“ diese dem Schützenkönig. Nun beginnt die eigentliche Königsparade. Alle Offiziere, das Abwinkelkommando, die Fähnriche und das Königspaar mit den Ehrendamen gehen im Gleichschritt, das Abwinkelkommando sogar im Stechschritt, die Bischof-Strandmann-Straße vor der Grundschule auf und ab. Hierzu wird von den Musikkapellen ein Parademarsch gespielt.

Königszug

Im Anschluss reihen sich die Paradeteilnehmer in die Zugformation zusammen mit den Junggesellen, den Kirchenfahnen und den Musikvereinen ein und der Königszug durch die Straßen von Bad Hönningen beginnt. Traditionell wird der Umzug allerdings von mindestens zwei Sperren aus Birkenholz unterbrochen. Diese Sperren werden von den Sappeuren beseitigt. Hierzu erhält der Winkelmeister vom König den Befehl, die Sperren auszumessen und anschließend, nach Meldung, den Befehl, die Sperre zu beseitigen. Der Winkelmeister gibt diesen Befehl an die Sappeure weiter, die vortreten und die Sperre allein mit der Hilfe ihrer Äxte beseitigen.

Der Königzug endet ab 2017 im Hotel Lindenwirtin (Neustraße, Bad Hönningen), nachdem im Rosengarten ein Gruppenfoto geschossen wurde. Nun geht der Abend in den offiziellen Teil des Königsballs über.

Königsball

Der Königsball, der ab 2017 im Hotel Lindenwirtin (Neustraße, Bad Hönningen) stattfindet, ist der krönende Abschluss einer jeden Hünnijer Kirmes. Eröffnet wird der Ball mit dem Königswalzer des neuen Schützenkönigspaars unter der Fahne und im Kreis der Junggesellen und Ehrendamen. Auch die Beglückwünschungen durch den Bürgermeister, andere Vereine, Eltern etc. dürfen natürlich nicht fehlen. Auch schwenken die Fähnriche nochmals zu Ehren des Königspaars ihre Fahnen.

Während des Königsballs macht sich das Abwinkelkommando, bestehend aus Winkelmeister, den zwei Sappeuren und den Doktor, auf den Weg die Theken der Bad Hönninger Kneipen abzuwinkeln. Den Auftrag hierzu erhalten sie direkt nach dem Königswalzer vom Schützenkönig. Sie kehren erst am Ende des Königsball wieder in die Lindenwirtin zurück, um den König zu melden, dass alle Theken in Bad Hönningen in Ordnung sind.

Es ist Tradition, dass die Junggesellen während des Königsball versuchen die Königin zu entführen. Um dies zu verhindern gibt es die Flügeladjutanten. Sollte eine Königin aber doch einmal entführt werden, so haben die Entführer das Recht, mit ihr zusammen in eine Kneipe zu gehen und auf Kosten der Flügeladjutanten zu trinken.

Am Anschluss des Königsball zieht der Verein zum Königspaar weiter zum Eieressen. Dort wird der Abend gemütlich ausklingen gelassen.

Kirmesmontag

Bürgerkommers

Der Kirmesmontag ist einer der Höhepunkte der Bad Hönninger Kirmes und wird immer ein fester Bestandteil bleiben. Der Bürgerkommers wird mit dem Einmarsch der Junggesellen und den Offizieren eröffnet, die zuvor einen kleinen Umzug durch die Innenstadt von Bad Hönningen veranstaltet haben. Der ganze Vormittag und Nachmittag wird mit einem bunten Programm bestritten: Show-Fähndelschwenken, große Tombula, Ehrungen für lange Mitgliedschaften, Vorstellung des Vorstandes und natürlich das gemeinsame singen des Bad Hönninger Kirmesliedes.

Kirmesdienstag

Am Dienstag wird das Festzelt ausgeräumt und meist beginnt dabei auch der Abbau. Abends findet die vereinsinterne Kirmes statt, bei der sich Junggesellen und Ehrendamen treffen, um in den Kneipen Hönningens über die Kirmes Revue passieren zu lassen und sich auf den letzten Tag, den Mittwoch, einzustimmen.

Mittwoch nach der Kirmes

Kirmesmannbeerdigung

Traditionell findet am Tag nach dem Königsball die Kirmesmannbeerdigung statt. Der Kirmesmann, der bereits am Mittwoch vor der Kirmes gebaut wurde, wird nun vom Schneidplatz aus vom neuen Schützenkönig durch die Straßen von Bad Hönningen getragen. Begleitet wird er von den Junggesellen und Ehrendamen in Trauerkleidung. Da der Kirmesmann unter anderem als Symbol einen leeren Geldbeutel bei sich trägt, wird bei jeder Kneipe, jedem Restaurant und
bei jedem Hotel um eine milde Gabe, meist in Form von Alkohol, gebettelt. Jeder, der der Trauergemeinde etwas spendet, bekommt anschließend auch eins der traditionellen JGV-Lieder gesungen. Als letzte Kneipe wird die Bahnhofskneipe besucht. Anschließend wird auf der Treppe des Bahnhofsgebäudes die Trauermesse abgehalten, die mit dem Trinken des Messweins endet.

Nun wird der Kirmesmann zur Bootsanlegestelle der Personenfähre am Rhein getragen und angezündet. Unter Tränen und Geheule wird dieser in den Rhein geworfen. Meist ertönt dabei das Lied „Ein guter Kamerad“.

Oft gibt es mutige Junggesellen, die den Kirmesmann noch einmal aus dem Rhein retten wollen und ihm hinter herspringen. Sollte es geschafft werden den Kirmesmann zu retten, wird er erneut angezündet und den Fluten des Rheins übergeben.

Nun lässt der Hauptmann alle Anwesenden in Zugformation antreten. Der kleine Trauerzug geht vom Rheinparkplatz aus durch die Schmiedgasse, um auch dort noch letzte Spenden zu erfragen. Zu guter Letzt trifft der Trauerzug im Vereinslokal Lindenwirtin ein, wo es einen kleinen Trauerschmaus gibt.