Geschäftsordnung

des Junggesellen-Vereins 1829 e.V. Bad Hönningen

§ 1 MITGLIEDERVERSAMMLUNGEN

Mitgliederversammlungen werden zu folgenden Terminen abgehalten:

  1. Mitte Juni: – Vorkirmesversammlung
    Mitte April: – für evtl. Vorbereitungen zum Maiball (bei Bedarf)
    Ende Juli: – Nachkirmesversammlung (bei Bedarf)
  2. ordentliche Mitgliederversammlung:
    Mitte November: – Jahreshauptversammlung

§ 2 AUßERORDENTLICHER ETAT

60 Prozent des bei der letzten Kassenprüfung festgestellten Vereinskapitals werden in einem „außerordentlichen Etat“ verwaltet.

Verfügungsberechtigung über den außerordentlichen Etat hat:

Der amtierende 1. Vorsitzende in Verbindung mit zwei von der Mitgliederversammlung für die Dauer von zwei Jahren gewählten Personen, die weder dem geschäftsführenden noch dem erweiterten Vorstand angehören dürfen.

Mit diesem außerordentlichen Etat darf nur in besonderen Fällen und mit schriftlicher Zustimmung der Verwalter gearbeitet werden.

Die Kassenprüfer haben insbesondere darauf zu achten, dass 60 % der Finanzen zinsgünstig und mündelsicher angelegt sind.

§ 3 KIRMES

Die St. Peter und Paul-Kirmes findet traditionsgemäß am Wochenende um den 29. Juni (Peter und Paul) statt.

Nach dem traditionellen Aufstellen der Kirmesbäume auf dem Marktplatz wird das Anbringen des Kirmesschildes mit drei kräftigen Böllerschüssen kund getan. Damit gilt die Kirmes als eröffnet.

Am Sonntagmorgen beginnt um 5.30 Uhr die Reveille mit dem Singen des Liedes „Lobet den Herrn“ unter dem Kirmesschild. Hauptmann, Oberleutnant, beide Leutnants und der Hauptfeldwebel müssen dabei in kompletter Uniform anwesend sein.

An den gemeinsamen Kirchgang schließt sich die Kranzniederlegung zu Ehren der gefallenen und verstorbenen Vereinsmitglieder an.

Den Höhepunkt der Kirmes bildet der Kommers, der insbesondere für die Bad Hönninger Bürgerschaft durchgeführt wird.

Vor oder während der St. Peter und Paul-Kirmes findet das Königsschießen statt. Beim Königsschießen wird zunächst nur auf den Kopf, dann auf den Schwanz und anschließend auf die Flügel des Holzadlers geschossen. Hierzu können alle aktiven Mitglieder teilnehmen. Beim Flügelschießen wird zuerst auf den rechten Flügel geschossen, gesehen aus der Sicht des Vogels.

Näheres regelt die Schieß- und Waffenordnung des Junggesellen-Vereins, die mit einer 3/4- Mehrheit des satzungsgemäßen Vorstands beschlossen wird.

Der Junggeselle, welcher den Rumpf „erlegt“, ist neuer Schützenkönig. Er erwählt sich aus den Reihen der Bad Hönninger Mädchen (ledig, Mindestalter 16 Jahre) oder ins besonderen Ausnahmefällen, mit Zustimmung des geschäftsführenden Vorstandes vor dem Schießen auf den Rumpf, ein ihm verbundenes Mädchen aus einem anderen Ort zu seiner Schützenkönigin. Der jeweilige Schützenkönig darf sich in den nächsten drei darauffolgenden Jahren nicht am Schießen auf dem Rumpf beteiligen. Zu Ehren des neuen Königpaars finden eine Königsparade, ein Königszug und ein Königsball statt.

Die Kirmes endet mit der Kirmesmannbeerdigung.

Die Entscheidung über Einzelheiten, wie Uhrzeit und Umfang der Umzüge, Veranstaltungen währen der Kirmes usw. ist dem jeweiligen Vorstand überlassen.

Näheres zur Kirmes wird in der Kirmesordnung festgehalten. Diese wird auf einer Mitgliederversammlung von einer 2/3-Mehrheit der anwesenden Mitglieder beschlossen und geändert.

§ 4 VERSTEIGERUNG

An der Versteigerung der Kirmesämter wie Winkelmeister, zwei Sappeuren, zwei Kanonieren, Doktor, den Träger der Peter und Paul-Fahne und Kaiser Heinrich-Fahne, dürfen sich nur aktive Vereinsmitglieder beteiligen.

Näheres wird in der Kirmesordnung geregelt.

§ 5 SONSTIGE VERANSTALTUNGEN

Entscheidungen über die Durchführung sonstiger Festveranstaltungen sind dem jeweiligen Vorstand überlassen.

§ 6 RICHTLINIEN FÜR HEULBIER

  1. Es wird bei jedem Hönninger Mädchen, das einen auswärtigen Jungen heiratet, auf Wunsch Heulbier geholt. Bei amtierenden und ehemaligen Ehrendamen wird immer Heulbier besorgt. (Vorher werden jedoch Betreffende gefragt!)
  2. Heirat ein Hönninger Junge ein auswärtiges Mädchen, wird nur auf Wunsch der Betreffenden Heulbier besorgt.
  3. Die Vereinsmitglieder, welche Heulbier sammeln, werden vom Vorstand ausgesucht.

§ 7 EILENTSCHEIDUNGEN

Sowohl der 1. Vorsitzende als auch der Kassierer dürfen den Verein auch ohne Vorstandsbeschluss bis in Höhe von 50,00 EUR verpflichten. Eine Information des Vorstandes hierüber hat unverzüglich, spätestens bei der nächsten Vorstandssitzung zu erfolgen.

§ 8 KASSENPRÜFERRICHTLINIEN

Bei der Kassenprüfung am Ende des jeweiligen Geschäftsjahres sind die
Kassenprüferrichtlinien genau einzuhalten.

  1. Die Vereinskasse sollte spätestens zwei Tage vor der jeweiligen Jahreshauptversammlung, besser aber vierzehn Tage vor der Jahreshauptversammlung geprüft sein.
  2. Der Kassierer sollte sich mit den beiden Kassenprüfern zwecks Terminabsprache in Verbindung setzen und gleichzeitig dafür Sorge tragen, dass die Kassengeschäfte bis zum Tage der Prüfung abgeschlossen, sowie alle Belege vorhanden sind.
  3. Bei der Kassenprüfung sind alle Ein- und Ausgabeposten mit dazugehörenden Belegen zu prüfen.
  4. Bei den Belegen ist ebenfalls die Gegenzeichnung bzw. die Empfangsbestätigung des Rechnungsstellers zu kontrollieren.
  5. Sollte bei der Kassenprüfung ein noch ausstehender Betrag bzw. gar ein Kassenfehlbetrag festgestellt werden, so ist dieser durch den jeweiligen Kassierer in Bargeld in die Vereinskasse zu zahlen.
  6. Ein Überweisungsvorgang zum Zeitpunkt der Kassenprüfung darf nicht mehr getätigt werden.
  7. Die Kasse bleibt bis zur Vorlage bei der Jahreshauptversammlung geschlossen; der Kassierer behält den Schlüssel, die Kassenprüfer nehmen die Kassette mit, in der sich das Bargeld, wie auch Sparbücher, Zertifikate und Kontoauszüge befinden.
  8. Der jeweilige Vorsitzende ist vom Zustand der Vereinskasse, sowie dem Ergebnis der Kassenprüfung binnen der nächsten vierundzwanzig Stunden durch die Kassenprüfer zu informieren.

§ 9 UNIFORM

Die Uniform des Junggesellen-Vereins besteht aus weißer Hose, weißem Hemd, sowie schwarzem Gürtel und schwarzen Schuhen. Die Offiziere, wie Hauptmann und Oberleutnant (1. und 2. Vorsitzender) sowie die beiden Leutnante (1. und 2. Beisitzer) tragen zusätzlich einen Helm mit Federbusch, weiße Fliege, Gehrock, Portepee, Säbel und weiße Handschuhe.

Am Kirmessamstag tragen die Offiziere und der Hauptfeldwebel (Schriftführer) einen schwarzen Anzug und die anderen Junggesellen eine schwarze Hose.

Der zweite Vorsitzende führt ein Inventarverzeichnis über die dem JGV gehörenden Uniformen und Uniformteile.

§ 10 MAIKÖNIGSPAAR

Die Ehrendamen wählen sich aus ihrer Mitte die Maikönigin, wobei das Wahlverfahren ihnen überlassen ist. Die Maikönigin erwählt sich sodann aus den Reihen der aktiven Junggesellen ihren Maikönig. Jede Ehrendame darf das Amt der Maikönigin nur einmal wahrnehmen. Der Maikönig darf in den darauffolgenden zwei Jahren nicht wieder auserwählt werden.

§ 11 VORSTANDSRICHTLINIEN

Arbeitsrichtlinien für die einzelnen Ämter im Vorstand sind vorgesehen.

§ 12 AUSSCHÜSSE

Der Vorstand hat die Möglichkeit, Ausschüsse einzuberufen. Aufgaben der Ausschüsse sind es, dem Vorstand die Arbeit zu erleichtern und Empfehlungsbeschlüsse auszuarbeiten. Den Ausschüssen können auch aktive und inaktive Junggesellen, sowie Ehrendamen angehören. Geleitet wird der Ausschuss jedoch immer von einem Vorstandsmitglied.

§ 13 ERNEUTES AUFNAHMEGESUCH

Wir ein Aufnahmegesuch vom Vorstand abgelehnt, so ist ein erneuter Antrag erst nach sechs Monaten möglich.

§ 14 ANWESENHEIT VON NICHTMITGLIEDERN BEI VERSAMMLUNGEN UND SITZUNGEN

Nichtmitgliedern ist, mit Ausnahme der Ehrendamen, die Anwesenheit beim geschäftlichen und finanziellen Teil von Versammlungen und Sitzungen untersagt.

Zusätzlich hat der Versammlungsleiter die Möglichkeit, Nichtmitgliedern auch von nicht geschäftlichen Teilen der Versammlung auszuschließen.

§ 15 EHRENDAMEN

Ehrendamen können alle ledigen, weiblichen Personen mit vollendetem 16. Lebensjahr werden, die entweder in Bad Hönningen wohnen, gewohnt haben oder nachweislich einer Bad Hönninger Familie entstammen. Die Ehrendamen werden vom Vorstand auserwählt. Die auserwählten Ehrendamen wählen aus ihrer Mitte eine Sprecherin (Oberehrendame) du eine Stellvertreterin. Der Wahlvorgang bleibt ihnen selbst überlassen. Die Oberehrendame und ihre Stellvertreterin dürfen an den Vorstandssitzungen teilnehmen. Die Oberehrendame (oder ihre Stellvertreterin) hat dort eine Stimme. Außerdem hat die Oberehrendame, oder die stellvertretende Oberehrendame, bei allen Mitgliederversammlungen ein aktives Stimm- undWahlrecht.

§ 16 INKRAFTTRETEN

Diese Geschäftsordnung tritt mit ihrer Beschlussfassung in Kraft. Die bisherige Geschäftsordnung und alle Geschäftsordnungsänderungen treten mit Wirksamkeit dieser Geschäftsordnung außer Kraft.

 

BAD HÖNNINGEN, den 9. Oktober 2011